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Eine "Hippe" für alle Zwecke

Ausstellung - Wald-Michelbacher Heimatmuseum zeigt bis zum 2. November historische Handwerksgegenstände

Starkenburg
Für vieles zu gebrauchen ist die Hippe, die Sammler Thomas Maul (rechts) bei der Eröffnung der Sonderausstellung (von links) Hans Fischer, Anneliese Daub, Wald-Michelbachs Bürgermeister Joachim Kunkel, Theo Reichert, und dem Ehrenvorsitzenden des Heimatmuseum, Hans-Günther Morr, zeigt.  Foto: Karl-Heinz Köppner

Hippe, Gertel und Rebmesser gehören zu den schon fast vergessenen Werkzeugen. Ihnen widmet das Überwälder Heimatmuseum in Wald-Michelbach eine Sonderausstellung, die am Donnerstag eröffnet wurde.

WALD-MICHELBACH (bms): Der Sammler Thomas Maul aus Lautern präsentierte am Donnerstag die Schau "Geschichte und Entwicklung von Hippe, Gertel und Rebmesser". In den Vitrinen des Überwälder Heimatmuseums, die Theo Reichert und Anneliese Daub gestaltet haben, sind die Varianten von Hippen zu sehen. Dabei handelt es sich um ein sichelförmiges Messer mit Holzgriff.

An Computern können dagegen die vielen Bezeichnungen für dieses Werkzeug - etwa Gertel und Rebmesser - und deren Herkunft nachgelesen werden.

Die Ausstellung zu verdanken hat das Wald-Michelbacher Museum der Sammel-Leidenschaft von Thomas Maul. Seit 1980 sammelt der Vorsitzende der Trachten- und Volkstanzgruppe Heppenheim Hippen. Die Idee, dieses aussterbende Handwerkzeug öffentlich zu zeigen, kam dem hauptberuflichen Maschinenbauer 2012: Damals hatte die Volkstanzgruppe das Seminar "Sense dengeln" im Einhaus angeboten, um altes Handwerk neu zu beleben.

Prägend für Mauls Sammlung war, dass sein Großvater ihm als Junge eine kleine Hippe aus zwei Nägeln schmiedete. Er schwärmte, die Hippe sei ein ideales Werkzeug im Wald: "Sie macht keinen Lärm, keine Vibration und braucht kein Benzin oder Öl".

Jeder Dorfschmied konnte eine Hippe schmieden, berichtet Maul. Dazu verwendete er "niedrig legierten Kohlenstoffstahl, der so hart gemacht wurde, dass er für Holzarbeit taugte." Wie der Schmied die Hippe herstellte, richtete sich nach dem Wunsch des Kunden. Von Ort zu Ort wurde anders geschmiedet, dadurch lassen sich die vielen Varianten erklären. Eine typische Form, die für eine Region steht, gebe es nicht.

Vom Weinbau bis zur Forstwirtschaft

Das Werkzeug wurde ganz unterschiedlich verwendet: um im Wald Geäst herauszuschneiden, im Weinbau, als Okuliermesser zum Veredeln von Bäumen oder in der Forstwirtschaft als Kulturpflegegerät. Ein österreichisches Modell, die Praxe, wurde zum Scheiteln von Holz eingesetzt. Die "Siegerlander Haubergsknipp" war dagegen in der Niederholzwirtschaft im Gebrauch, um Eichenrinde zu für die Lohgerberei schneiden.

Der Ehrenvorsitzende des Heimatmuseums, Hans-Günther Morr, erklärte, dass die Hippe ein "unverzichtbares Werkzeug für die Korbmacher, Besenmacher und Rechenmacher" sei. Sie sei in jedem Haus vorhanden gewesen, jedoch in Vergessenheit geraten, und "das gute Stück" werde oft aus Unkenntnis weggeworfen, bedauerte er. Der Vorsitzende des Heimatmuseumsvereins, Gundolf Reh, hatte sich auf das passende Thema gefreut. Die Handwerksgegenstände aus vergangenen Zeiten und wie sie verwendet wurden und werden, wird bis zum 2. November (Sonntag) zu sehen sein.

Bürgermeister Joachim Kunkel dankte den Verantwortlichen des Heimatmuseums und dem Sammler. Rechtzeitig vor der Überwälder Traumnacht am Samstag (19.) eröffnet, sei die Ausstellung ein Anreiz, das Heimatmuseum zu besuchen.


Letzte Änderung dieser Seite am 07.02.2015 von (unbekannt). Informationen unter birgit.jung@tvg-starkenburg.de