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Trachten

Sonntags-/Festtagstracht Ernte-/Werktagstracht

Allgemeines

Unter Tracht wird die Kleidung — im weitesten Sinne — verstanden, die das Volk getragen hat. Damit sind jene Grundschichten gemeint, die überall und zugleich die Träger des Brauchtums, des Volksliedes und Volkstanzes sind, im Gegensatz zu jenen Schichten, die sich, aus irgendwelchen Gründen auch immer, von dem Wurzelboden der Eltern und Großeltern losgelöst haben und sich daher nicht mehr in eine geschlossene Gemeinschaft eingebettet wissen. Es handelt sich also nicht nur um eine Bauerntracht, sondern ebenso um die Kleidung der Handwerker und kleinen Leute.

Die Frage nach der Herkunft der Tracht im einzelnen und nach der Zeit der Übernahme, die Rolle des gesunkenen Kulturgutes einer — und seiner von innen heraus erfolgten Umgestaltung andererseits bleibt hier unerörtert. Es genügt die Feststellung: Tracht ist eine ungeheuer bedeutsame Ausdrucksform deutscher bäuerlicher Lebensgemeinschaft. "Die Tracht ist das Kleid der Heimat, ist Ausdruck der persönlichen Gesinnung — kein Theaterkostüm."

Sonntagstracht Alte Sparkasse
von links nach rechts: Albert Metz, Oliver Schmitt, Susanne Schaumann, Georg Burger, Claus Bork, Nadine Kuhlmann, Claudia Schmitt, Thomas Maul, Hendrik Maul, Olivia Müller, Irma Burger, Magdalena Engert-Bork, Martin Schaumann, Simone Meister, Peter Blessing, Anja Maul, Steffanie Kolb, Norbert Müller, Ute Ahlheim-Krieger, Martina Neher, Birgit Jung, Wolfgang Sondermann

Hessen zählt zu den trachtenreichsten Landschaften in Deutschland. Im 19. Jahrhundert gab es ungefähr 27 verschiedene territorial gegliederte Einzeltrachten, worunter die Odenwälder Tracht mit ihren Sonderformen als ein Gebiet zu rechnen ist. Die Odenwälder Tracht wurde in dem Gebiet getragen, das von Rhein, Main und Neckar umflossen wird, also das Gebiet der früheren Provinz Starkenburg. Der Landschaftsbegriff "Odenwald" für unsere Tracht erscheint auf den ersten Blick irreführend, geographisch geht das Trachtengebiet über das eigentliche Gebirge hinaus. Es ist nicht nur durch Flüsse eingegrenzt, auch Großstädte von besonderer wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung markieren seine Grenzen (Mainz, Frankfurt, Offenbach, Hanau, Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg). Diese Großstädte und Verkehrswege, die sie verbinden, sowie die frühere territoriale Zersplitterung des Gebietes brachten Kulturbewegungen, die sich nachhaltig auf das Voksleben und seine Tracht ausgewirkt haben.

Sonntags-/Festtagstracht

Bestimmte Kriterien, wie soziale Herkunft, konfessionelle Zugehörigkeit, Alter und Geschichte, Beruf und Stand zeigten eine prägende Wirkung auf die Tracht. Im Vergleich zu anderen Trachten hat die Odenwälder Tracht einen fast strengen Charakter. Sie ist schlicht, bescheiden, einfach und gediegen und entspricht somit der damaligen wirtschaftlichen Lage. Es werden kein Goldbrokat und keine vornehmen Spitzen getragen.

Sonntagstracht
von links nach rechts:Wolfgang Sondermann, Claus Bork, Hendrik Maul, Martin Schaumann, Martina Neher, Albert Metz, Susanne Schaumann, Peter Blessing, Ute Ahlheim-Krieger, Olivia Müller, Oliver Schmitt, Simone Meister, Steffanie Kolb, Thomas Maul, Magdalena Engert-Bork, Nadine Kuhlmann, Georg Burger, Norbert Müller, Birgit Jung, Irma Burger, Anja Maul und Claudia Schmitt

Der Stolz der Männertracht ist die naturfarbene Hirschlederhose, die mit besonders schönen Stickereien an Latz und Seitennähten ausgeschmückt ist. Als Zeichen männlicher Würde gilt der schwarze Dreimaster (Männerhut). Ergänzt wird die Männertracht durch eine blaue Weste, ein weißes Leinenhemd, rotes Halstuch, handgestrickte, weiße Strümpfe und schwarze Schnallenschuhe. Mit großem Stolz wurde zu der Sonntagstracht der Mantel aus blauem Tuch und handgefertigten Knöpfen getragen.

Die Frauentrachten besteht aus Rock, Mutzen (langärmelige Jacke), Mieder, weißes Ärmelhemd, Schürze, Schultertuch, weiße Strickstrümpfe und ebenfalls schwarze Schnallenschuhe. Das charakteristische der weiblichen Kleidung ist die stete Trennung von Rock und Mieder. Die früher für den Odenwald bezeichnende Form des Rockes ist der Glockenrock, der besonders stark hüftbetont wirkt und es von jeher der Spottlust der Burschen angetan hat. Nicht fehlen darf das weiße, bunt und mit Perlen bestickte Häubchen. Solange die Trachte lebte war die Haube der besondere Stolz ihrer Trägerin, bis an ihr Lebensende.

Die beschriebene Tracht wird zu allen festlichen Anlässen, wie Hochzeit oder Kirchweih ebenso getragen, wie zum Kirchgang oder zur Beerdigung.

Ernte-/Werktagstracht

Für die Arbeit stand die Werktagstracht zur Verfügung, die im Aufbau der Sonntagstracht gleicht. Unterschiede bestehen in den Farbregeln und der Stoffqualität.

Die Arbeitstracht der Männer besteht aus einer weißer Leinenhose, blauen Strickstrümpfen, blauem Ärmelhemd, rotem Halstuch, Hosenträgern, Holzschuhe und einem Strohhut.

Erntetracht
von links nach rechts: Georg Burger, Susanne Schaumann, Thomas Maul, Birgit Jung, Oliver Schmitt, Hendrik Maul, Claus Bork, Anja Maul, Irma Burger, Steffanie Kolb, Martina Neher, Magdalena Engert-Bork, Nadine Kuhlmann, Wolfgang Sondermann, Claudia Schmitt, Olivia Müller, Norbert Müller, Ute Ahlheim-Krieger, Simone Meister, Martin Schaumann, Albert Metz und Peter Blessing

Die Frauen tragen zur Arbeit einen blauen Rock mit heller Schürze, gestickte Rockträger, weißes Ärmelhemd, rote oder blaue gestrickte Strümpfe, Holzschuhe und ein weißes Kopftuch. Statt der Rockträger wird auch ein Leibchen (Mieder) aus Leinen getragen.


Letzte Änderung dieser Seite am 07.09.2006 von (unbekannt). Informationen unter birgit.jung@tvg-starkenburg.de